• Anna Görgens

INTERVIEW: WE TOO, WILL FADE


Eure „Enough” Release Tour ist jetzt ein paar Monate her. Rückblickend, wie habt ihr die einzelnen Shows erlebt und wurden eure Erwartungen erfüllt?


Shmagi: Da keiner von uns schon einmal auf einer langen Tour war, war die „Enough“ Release-Tour eine Erfahrung, nach der wir uns gesehnt haben. Zurückblickend war die Tour von Höhen und Tiefen durchtränkt. Auch wenn uns diese Woche immer als eine der lustigsten Zeiten als Band in Erinnerung bleiben wird, haben wir dabei auch gelernt wie man viele Sachen angeht oder auch nicht. Trotzdem hätten wir die Veröffentlichung unserer ersten EP nicht besser feiern können. Wir waren in jeder Show zu 110% emotional und physisch dabei. Ständig auf dem Höhepunkt der emotionalen Intensität zu sein hat uns

nach der Rückkehr nach Hause völlig ausgetrocknet. Aber so muss das auch sein und jeder Moment war es mehr als wert.


Vlad: Ich habe es zu dem Zeitpunkt ziemlich stressig empfunden, da mein Leben

zurzeit nicht einmal ansatzweise entspannt war. Ich konnte dementsprechend damals nicht besonders viel mitnehmen und war mir dieser Tatsache bewusst. Jetzt rückblickend kann ich nur sagen, dass es mega Spaß gemacht hat und dass es eine Erfahrung war, die mich durchaus beeinflusst hat. Darüber hinaus habe ich mich der Tatsache besonnen, das eine

Band ja nicht nur von den Mitglieder oder der Musik geprägt ist, sonder letztlich von der Community, die sie um sich schafft, von der Fähigkeit, nicht nur eine Gruppe von Musiker zu sein, sondern eine Familie. An dieser Stelle möchte ich mich an Anton und Martin bedanken, die mich erstens zu diesem Erkenntnis gebracht haben und die uns zweitens mit dem Ton bzw. dem Fahren auf der Tour unterstützt haben. Weiterhin möchte ich noch ein fettes Dankeschön alle, die We Too, Will Fade auf irgendeiner Art unterstützt haben, sagen. Um jetzt auf den zweiten Teil deiner Frage einzugehen, hatte ich ehrlich gesagt keine Erwartungen. Dementsprechend würden alle meine Erwartungen erfüllt.


Genau wie eure Tour ist demnach auch der Release eurer EP nicht lange her. Mein liebster Song ist „Somewhere Between Why and If” und natürlich interessiert mich eure Intention hinter diesem Song. Welche Message möchtet ihr damit auf den Weg geben?


Vlad: „Somewhere...“ war ursprünglich zwei verschiedene Songs, die irgendwann zu einem wurden. Jedoch hatte ich die Lyrics dann kaum verändert. Die Inspiration für den ersten Teil was ein grausames Ereignis, das ich leider erleben durfte. Infolgedessen war ich zum Erkenntnis gekommen, dass das Leben mehrerer Fragen stellt, als einer beantworten kann. Jedoch widerspiegelt die Anzahl an beantworteten Fragen, sowie die Art und Weise wie das durchgeführt wird, den aktuellen Stand im Leben. Unabhängig davon wie viele Fragen das Leben stellen kann, soll man die so oft und so gut wie möglich definieren, um dann weiterzukommen.„Oft“ und „Gut“ sind aber nicht streng definiert, sonder jede Person definiert diese Begriffe für sich selbst. Das ist die Hauptidee im ersten Teil des Songs. Im zweiten Teil wird das Thema Liebe behandelt. Da wird diese als positive Kraft dargestellt, die einem dazu bringt sich weiter selbst zu motivieren, die Fragen des Lebens zu beantworten. Darüber hinaus wird auch der Wunsch, der in vielen von uns steckt, den Liebeszustand zu verewigen ausgedrückt. Meine Intention war einerseits solche Gedanken konstruktiv mithilfe der Musik auszudrücken einerseits, andererseits dem Zuhörer dazuzubringen sich mit den zuvor genannten Themen auseinanderzusetzen.


Wenn wir schon mal über Message sprechen. In eurer Beschreibung steht:

„We overheard an elderly couple regret their love over late Sunday afternoon coffee. Thus, we decided to portray strength of love, despair of loss and ties holding us together before, like this flame, we too will fade.” Könnt ihr hierzu noch ein paar Worte sagen?


Shmagi: Als wir gerade erst mit We Too, Will Fade angefangen haben, verbrachten Giovanni (Drummer) und ich (Shmagi, Gitarre) viel Zeit mit einem Kaffee in lokalen Bäckereien und sprachen über alles, was uns in den Sinn kam. Dieses eine Mal sahen wir ein älteres Paar über uns sitzen, beide mit einem Kaffee in der Hand und beide vermieden es sich gegenseitig anzusehen. Diese Situation war es. Die Idee des Nichts, weder das Versprechen der ewigen Liebe noch die Gespräche bei einem Kaffee würden ewig andauern und irgendwann verblassen. All das wurde zu einer Inspiration, alles zu tun, was man tun will, während die Flamme der Leidenschaft noch anhält.


2019 befindet sich mittlerweile in der zweiten Hälfte und es ist viel passiert. Worauf freut ihr euch in den letzten 6 Monaten des Jahres besonders?


Vlad: Ich freue mich auf dem Herbst, der viele Konzerte und neue Musik mit sich bringt. Ich bin gleichzeitig auf der neuen Line-Up gespannt und hoffe, dass wir in den nächsten Monaten die Basis für unseren ersten Album bilden.


Shmagi: Für die andere Jahreshälfte haben wir nicht nur Shows, sondern auch einige andere interessante Veröffentlichungen geplant. Auch wenn wir bereits mit der Arbeit an neuer Musik begonnen haben, wird 2019 das Jahr „Enough“ sein. Wir werden mit verschiedenen Agenturen zusammenarbeiten, um zusätzliches Material zu veröffentlichen und unsere Musik einem breiteren Publikum zugänglich machen. Wir haben auch mehrere

Shows ab Herbst geplant, sowohl lokal als auch deutschlandweit.


Ihr selbst sagt, dass Bands wie Touche Amore, La Dispute und Trade Wind starken Einfluss auf euch und eure Musik haben. Was macht diese Bands für euch besonders, sodass ihr euch an ihnen orientiert?


Shmagi: Es ist schwer einen Aspekt dieser Bands, die uns beeinflusst haben, zu

erfassen. Die Dynamik ihrer Musik, das gewisse emotionale Trauma, das jedes Lied vermittelt, und die Live-Performance haben uns auf vielen Ebenen beeinflusst. Aber ich glaube was uns am meisten geprägt hat, ist der Fakt, dass wir diese Bands zusammen anhören. An einem der Enough Tourtermine haben wir „Panorama“ von La Dispute angemacht und uns die ganze Platte angehört, während wir still vor den Boxen saßen. Die Minuten in Stille schufen einen der besten Momente, an den wir uns auch noch in Jahren erinnern werden.


Foto: We Too, Will Fade

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