• Katharina Sterl

INTERVIEW: WATCH THEM FADE

Aktualisiert: März 22



2011 habt ihr euch als Watch Them Fade gegründet. Angenommen ihr müsstet euch entscheiden: Welches sind die drei größten Meilensteine, die ihr erreicht habt?


Hm, gar nicht so einfach. Wenn ich so zurückblicke, dann auf jeden Fall unser Debut-Album und der Plattendeal dazu. Eigentlich war das Ganze damals überhaupt nicht so gedacht, Jürgen und ich haben nach einer langen Pause im Musikbereich einfach aus Spaß wieder angefangen ein bisschen Musik zu machen. Es sollte eigentlich nur zum Zeitvertreib sein, dass sich daraus dann eine komplette Band mit amtlich produziertem Album und weltweitem Plattendeal entwickelt hat war so nicht geplant und hat uns damals fast ein bisschen überrumpelt. Als weiteren Meilenstein würde ich die Support-Show für Stick To Your Guns sehen. Es war erst der zweite Gig überhaupt, den wir mit Watch Them Fade gespielt haben und somit ein riesiges Erlebnis für uns, die Jungs von Stick To Your Guns kennenlernen zu dürfen und später dann vor so vielen Menschen zu spielen. Als dritten Meilenstein muss ich natürlich den Auftritt am With Full Force nennen. Das war dann damals unser dritter Gig mit WTF und auf uns prasselten so viele Eindrücke ein, die wir kaum verarbeiten konnten. So viele Musiker/Bands auf einem Fleck von denen man Fan ist und bis vor kurzem auch noch eher vor der Bühne stand um sie zu bewundern.Dann diese unfassbare Logistik dort, die Abläufe, die Betreuung durch das Metal-Hammer Team usw. war wirklich unfassbar aufregend mit anzusehen und zu erleben.


Ihr durftet euch schon mit einigen ordentlichen Größen wie Stick To Your Guns und Counterparts die Bühne teilen und habt sogar schon auf dem With Full Force eure Künste präsentiert. Aber jetzt mal ehrlich, was ist euch lieber: Eine große Bühne oder ein familiäres beisammensein im Jugendtreff oder differenziert ihr da nicht? (Hier könnt ihr auch gerne von Erlebnissen berichten)


Ich finde beides hat absolut seinen Charme und ich könnte nicht wirklich sagen was ich davon lieber habe. Im Club dominiert die Atmosphäre und die Nähe zu den Menschen. Wir haben ja vor kurzem erst unsere Release-Show von „Emptiness“ in einem kleineren Club

gespielt. Ich finde es spannend die Fans wirklich nahe vor einem zu haben, sie zu erleben, wie sie deine Songs mitsingen. Sowas hat seinen ganz eigenen Flair, ist viel persönlicher und du kannst besser Kontakt zu den Leuten aufbauen. Auf großen Bühnen ist das Ganze natürlich etwas schwieriger, weil du eben durch Fotograben usw. teilweise recht weit von den Leuten weg bist. Aber da wiederum finde ich trotzdem gerade diese Dimensionen auch spannend, die Bühnen sind größer, du hast mehr Platz um dich zu bewegen und du hast einen weitläufigeren Blick. So siehst du auch was in den hinteren Reihen los ist und

das wirkt natürlich für dich als Musiker mächtig. Gerade eben am With Full Force war das dann schon gewaltig, wie viele Menschen sich da versammelt hatten. Also wenn ich mich entscheiden müsste könnte ich nicht sagen, dass eines besser ist als das Andere. Jedes ist für sich gesehen wirklich spannend, auf seine ganz eigene Art und Weise.


Was macht euch besonders Spaß am “Bandleben”?


Ich glaube bei WTF existiert das „typische Bandleben“ nicht ganz so, wie bei vielen anderen Bands, da wir fast alle deutschlandweit verstreut wohnen und uns deswegen auch nicht ganz so oft sehen und proben wie das bei manch anderer Band der Fall ist. Gerade deshalb ist es vielleicht auch so, dass wir den größten Spaß haben wenn wir für unsere Auftritte zusammen kommen. Die ganzen Abläufe vom Zusammenpacken unseres Equipments im Proberaum, der Fahrt zum Gig, das „Leben“ Backstage, der Gig an sich und danach noch Feedback erhalten, mit Fans am Merch-Stand sprechen usw. zähle ich auf jeden Fall zu den spaßigsten Erlebnissen die wir so miteinander haben.


In 5 Jahren habt ihr schon so einiges mehr erreicht als viele andere Bands. Was meint ihr, woran das liegt?


Vermutlich liegt das daran, dass wir zwar als Watch Them Fade noch gar nicht so allzu lange existieren aber die Musiker meist vorher schon in anderen Bands sehr aktiv waren und zum Teil auch da schon Platten weltweit veröffentlicht haben. Ich denke dadurch hatten wir schon eine Menge Erfahrung, sowohl positiv als auch negativ, gesammelt und konnten das alles wunderbar bei WTF mit einbringen. Als junge Band machst du oft sehr viele Fehler und manchmal auch entscheidende, die dein Weiterkommen verhindern. Aufgrund unserer ganzen Erlebnisse früher konnten wir mit Watch Them Fade von Anfang an sehr gut arbeiten, wussten genau auf was es ankommt und was unnötig oder falsch sein könnte. Allerdings gehört trotzdem auch bei all der Arbeit eine Menge Glück dazu, dass du als Band zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist und deswegen hängt sowas wirklich von vielen Faktoren ab. Ich denke einfach, dass bei uns sehr viel Gutes überein kam und gepaart mit

strukturiertem und motiviertem Arbeiten, kann man dann schon auch in kürzerer Zeit so einiges erreichen.


Wo seht ihr euch in 3 Jahren? Was ist ein großer Traum von euch?


Gute Frage. In 3 Jahren?! Also ich weiß nicht genau wo wir uns in 3 Jahren sehen wenn ich ehrlich bin. Es ist utopisch zu sagen, wir sehen uns da auf einer Ebene mit den ganz großen dieses Genres. Natürlich ist unser Anspruch so viel wie möglich zu erreichen mit der Band, alles auszuschöpfen was uns möglich ist und weiter immer hart zu arbeiten. Gleichzeitig ist es uns aber wichtig, immer auch etwas Demut an den Tag zu legen, zufrieden und stolz zu sein mit dem Erreichten und nicht permanent immer nach dem Höchsten greifen zu wollen.

Mit dieser Art und Weise arbeiten wir schon immer und ich denke wir haben bis jetzt eine ganze Menge damit erreicht, was noch kommt ist offen aber wir sind dankbar für jeden Schritt den wir weiter nach vorne machen können. Natürlich haben wir aber auch Träume

wie z.B. auf dem Summer Breeze, Wacken oder eine große Support-Tour durch Europa zu spielen. Das wäre schon toll und ich hoffe wir kommen mit unserem neuen Album Emptiness“ diesen Träumen wieder ein Stück näher.


Von euch 4 bringt wahrscheinlich jeder einen anderen Geschmack und andere Einflüsse mit, kommt ihr denn immer auf den gleichen Nenner? Und wenn ja, was sind denn eure Einflüsse?


Ich glaube es würde sehr schwer werden wenn alle in einer Band Songs schreiben würden und jeder damit auch seine Einflüsse mit hineintragen würde. Man hätte somit wohl ein Album welches nach allen möglichen Bands unterschiedlichster Stilrichtungen klingen würde. Das wäre nicht ganz im Interesse der Band und auch nicht der Fans bzw. eben der Leute, die sich so ein Album zulegen. Sicher ist es gut wenn ein Album nicht stupide von er ersten bis zur letzten Minute im gleichen Stil durchrattert, aber wenn es zu konfus wird, finde ich persönlich das auch eher verwirrend als gut. In unserem Fall ist es so, dass sowohl bei unserem Song- als auch bei unserem Textwriter schon eine Menge unterschiedlicher Einflüsse vorhanden sind. Ich für meinen Teil höre sehr viel Postrock, Postcore oder auch teilweise sogar Post-Black Metal / Ambient Geschichten, aber natürlich auch ganz klassischen Metal- oder Hardcore, was man denke ich dem neuen Album „Emptiness“ schon deutlich anhört. Ich glaube darauf finden sich viele Elemente aus diesen angesprochenen Bereichen, was dieses Album aber meiner Meinung nach auch sehr vielseitig macht, jedoch aber nicht gnadenlos ausbrechen lässt in komplett andere Sphären die der Hörer nicht mehr nachvollziehen kann.


Bild: Watch Them Fade

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