• Anna Görgens

TATTOO: SVEN KLEIS


Für viele Leute ist es seit der Jugend ein Traum Tätowierer zu werden. Wie bist du dazu gekommen und wie lange tätowierst du schon?


Ob man schon in der Jugend den Traum

hat Tätowierer zu werden weiß ich nicht.

Vielleicht heutzutage, da dieser Berufszweig so etwas ähnliches wie einen Status bekommen hat, welchen ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Im Grunde sind wir nichts anderes als Handwerker mit einer kreativen Vorarbeit. Ich tätowiere nun fast seit sieben Jahren und das ganze begann mit einem Praktikum, welches sich zu einer Ausbildung und dann zu einer Selbstständigkeit entwickelt hat. Ab dem Zeitpunkt, verbrachte ich täglich mehrere Stunden am Schreibtisch und dies nimmt bis heute kein Ende und das ist völlig Ok.


Als Tätowierer hat man viel Verantwortung und es dauert viele Jahre bis man

seine Arbeit perfektioniert hat. Würdest du behaupten, dass du zufrieden mit der Art bist, wie du tätowierst oder stehst du eher kritisch deinen eigenen Arbeiten gegenüber?


Ich bin in gewissen Zügen zufrieden und auch unzufrieden. Es ist ein ewiger Kampf in einem selbst. Ich denke, wenn man sich selbst nicht mehr kritisch betrachtet oder hinterfragt, dann schleicht sich Stagnation ein. Ich musste selber in den letzten Jahren lernen, dass es manchmal Ok ist, sein Werk, egal ob Tattoo oder Malerei, gut zu finden oder sogar „Sehr Gut“ und das man auch mal stolz sein kann auf sich selbst und was man da erschaffen hat. Dies war aber ein sehr langer innerer Kampf, das ausschweifend zu erklären würde aber jetzt denke ich den Platz hier sprengen.



Wiedererkennungswert ist insofern wichtig, dass man sich von anderen Tätowierern abhebt. Wir finden, man

kann bei dir eine Art Handschrift erkennen. Siehst du das selbst auch so?


Ehrlich gesagt ist das doch genau das

was jeder Künstler versucht heraus zu

arbeiten, die eigene kleine Note. Dass

man sich unterscheidet, einen Wiedererkennungswert erschafft. Ich bin froh darüber, dass manche diese Note erkennen und diese auch schätzen. Danke.


Viele Stellen sind bei Tätowierungen

eher ungünstig, andere wiederum

werden gerne tätowiert. Wie ist das

bei dir? Stichst du jede Körperstelle

gerne und wenn nicht, welche macht

dir am meisten Spaß?


Ich liebe es Unterarme zu tätowieren. Der Platz reicht aus um großzügig zu arbeiten und zusätzlich noch ausschweifender zu werden, da der Rest vom Arm dort ja auch noch dran hängt. Die Beschaffenheit der Haut ist optimal und für den Kunden ist es schmerz technisch auch aushaltbar.


Als Künstler hat man immer den Wunsch weiterzumachen und sich zu entwickeln. Welche Wünsche hast du für die Zukunft?



Ich würde mir wünschen, dass man vielleicht in manchen Formen, besonders wenn es übergreifende künstlerische Arbeiten sind, vom Staat (Verbund) mehr in der künstlerischen Ecke anerkannt wird – Wink Richtung, Künstlersozialkasse. Dies würde manche Büroarbeit einfacher gestalten, wie auch verschiedenste Vorteile bieten, allein schon, dass man dann diversen Organisationen kein Geld mehr zahlen muss, welche eh keine sinnigen Leistungen für einen bereitstellt. Sonst strebe ich gerade eine Leinwandserie aus Acryl an, die ich sehr gerne, wenn sie dann mal fertig ist, irgendwo ausstellen würde, diese beinhaltet aber auch Großformatige Wandbilder die im Urbanen Bereich entstehen.

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