• Katharina Sterl

INTERVIEW: PHIL BAYER (Ex-Time, The Valuator) über den Wiedereinstieg in die Musik-Karriere


1. Gegründet hast du Time, The Valuator 2015 und nach 3 Jahren Herzblut und Schweiß verlässt du die Band und nimmst dir eine Auszeit. An welche Geschichten aus TTV-Zeiten erinnerst du dich denn besonders gerne?

An die ersten Writing Sessions erinnere ich mich sehr gern zurück. Rene (Möllenbeck, Gitarrist/Pianist) und ich hatten damals eine sehr lebhafte Vision wie sich das Projekt für uns anfühlen sollte und obwohl wir diese Vision präzise verfolgten, entwickelte unsere Idee ein vollständiges Eigenleben, das war sehr spannend. Die ersten Pinselstriche auf einem Gemälde sind mit Sicherheit die aufregendsten, zumindest stelle ich mir das so vor.  Zudem denke ich gern an das überwältigende Feedback von 'Elusive Reasons' zurück, womit damals absolut niemand gerechnet hatte. Die überwiegend positive Resonanz beflügelte uns und gab uns Kraft dieses Projekt ans Limit bringen zu wollen.

2. Ich kann mir vorstellen, dass es keine leichte Entscheidung war, dein Herzensprojekt zu verlassen. Wie kam es denn zu dem Entschluss, Time, The Valuator zu verlassen?

Die Zeit, in der TTV gegründet wurde, war eine turbulente Phase meines Lebens. Ich widmete mich zum Großteil der Musik und vernachlässigte darüber hinaus andere Dinge, die Aufmerksamkeit brauchten, wie beispielsweise meinen damaligen Job oder meine Wohnsituation. Ich wollte zu dieser Zeit alles tun um herauszufinden, wie weit wir dieses Projekt bringen konnten. Also zogen wir alle uns bekannten Register, um diesem Ziel auch Nahe kommen zu können. Natürlich kostete dieses Unterfangen viel Kraft... Je näher wir an unsere tracking sessions und an unsere Release Tour kamen, desto mehr verlor ich die Freude am Musik machen. Es wurde für mich zu Arbeit mit wenig Freude, da ich mich selbst enorm unter Druck setzte. Das war nicht nur schlecht für mich, sondern selbstverständlich auch für die interne Balance der Band. Somit kam ich an einen Punkt, an dem ich mich fragen musste: 'Soll dieser Weg dein Weg bleiben?' Ich musste loslassen um mich neu entdecken zu können und meine Lebensbasis zu stärken. Keine leichte Entscheidung, allerdings rückblickend definitiv die richtige.

3. In der Zeit hat sich vermutlich wahnsinnig viel für dich geändert. Hand aufs Herz! Mit Time, The Valuator warst du eine lange Zeit unterwegs und als Band habt ihr viel zusammen erlebt. Gibt es ein paar persönliche Worte, die du der Band widmen möchtest?

Ja, definitiv. Wir haben einiges zusammen durchgemacht und ich bin froh, dass wir uns mittlerweile gut verstehen. Nach meinem Abschied habe ich mir gewünscht, dass das Projekt wieder erstarken würde. Wir haben verdammt viel Energie, Zeit und Liebe in TTV gesteckt, das wollte ich mit meinem Weggang um keinen Preis zerstören... Ich sage Danke für diese Zeit und dafür, dass wir uns gemeinsam einen persönlichen Meilenstein setzen konnten.

4. Das erste Zeichen, dass du dich nach all der Zeit wieder der Musik widmest, war die Tourankündigung mit Alazka. Was hat dich motiviert wieder in die Industrie einzusteigen?

Musik hat mein Leben immer dominiert, das hat sich nie wirklich geändert. Ich brauchte einfach  eine Pause, um mich neu zu formieren... Diese Auszeit hat mich verändert, meine Perspektive und meinen Fokus. Als Alazka dann nach einem Sänger suchten, erklärte ich mich bereit die Band  zunächst als fill in auf ihrer EU/UK Tour im März zu unterstützen, dank Covid-19 konnte dieser Run allerdings leider nicht umgesetzt werden. Die Tourvorbereitungen und das Proben mit einer solch talentierten Band, entzündete in mir wieder das Feuer um in die Industrie zurückkehren zu können.  Ich bin bereit meine Karriere weiterzuführen und extrem gespannt auf das, was noch folgt.

5. Arbeitest du nach der Tour Absage denn nun auch an anderen Projekten? Wie sieht die  Zukunft aus, die du dir für dich vorstellst?

Ich arbeite zurzeit an einem Solo Projekt, sowie an einem weiteren kleinen Projekt mit Alessandro Zilio. Darüber hinaus sind auch Writing Sessions mit  anderen Künstlern geplant. Desweiteren werde ich als Gast auf dem neuen 'Galleons' Album bei einem Song mitwirken. Ultimativ ist es noch ungewiss, wo genau die Reise hinführen wird. Ich bin allerdings sehr motiviert herauszufinden, was all diese Optionen bereit halten werden. Alles was ich möchte, ist mich selbst mit meiner Musik glücklich zu machen, im Idealfall auch andere Menschen.


6. Nach 2 Jahren ohne Lebenszeichen, gibt es vielleicht die ein oder andere Hürde um wieder in das Business einzusteigen.  Was denkst du ist das wichtigste, um wieder Fuß zu fassen?

Zwei Jahre außerhalb der Musikindustrie können sich schnell wie zehn Jahre anfühlen. Mein Hauptziel zur Zeit ist es, die Menschen, die meine Arbeit verfolgt haben, wieder erreichen zu können. Falls   das gelingt, wünsche ich mir natürlich meine Hörerschaft zu erweitern. Die Branche ist extrem schnelllebig, dadurch starte ich auch irgendwo nochmal von vorn...Kein leichtes Unterfangen, aber ich bin positiv eingestellt und habe eine Menge zu geben!



Photo: Lennart Kortmann

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