• Katharina Sterl

INTERVIEW: MADBALL


Für New Yorks härteste und engagierte Band Madball gab es nie eine andere

Option als ihre Authentizität und Integrität aufrecht zu erhalten. Nach fünf-

undzwanzig Jahren Aufnahme- und Tournee-Erfahrung bringt Madball sein

neuntes akkustisches Kapitel heraus:


For The Cause; eine Signature-Sammlung von Hingabe, Groove und wahren Street-Level-New York Hardcore, wie es wahrscheinlich nur Madball bringen kann. Wie Madball nach all den Jahren ihre Leidenschaft für die Musik und die Szene nicht verliert, durften wir im fol-

genden Interview mit Frontmann Freddy Cricien erfahren. Ihr seid eine der repräsentativsten Bands der New Yorker Hardcore-Szene, wahrscheinlich DIE New York HC-Band. Seht ihr euch in einer beeinflussenden Rolle?


Ich bin mir nicht sicher, ob wir einer der repräsentativsten Bands sind, geschmeichelt fühlen wir uns aber dennoch! Trotzdem denke ich, dass wir eine der wichtigsten Bands aus NYC sind. Wir sind in einer einflussreichen Rolle, ob wir es sein wollen oder nicht. Das kommt nunmal damit einher an der vordersten Front einer Bewegung zu stehen. Der beste Weg, indem wir beeinflussen können, ist, dass wir uns selbst treu sind und nach unseren Worten

leben. Das ist meine Meinung.


Du hast die Band gegründet, da warst du gerade mal 12 Jahre alt, als du die Liebe zum Hardcore entdeckt hast sogar noch jünger. Mit so viel Erfahrung - welche Tipps

kannst du kommenden Hardcore-Bands geben?


Sei du selbst! Sei einzigartig! Sei authentisch! Und spiele mit deinem ganzen Herzen und deiner Seele. Manchmal ist es nicht leicht, all diese Dinge gleichzeitig zu tun und zu sein, aber das ist es, was die Leute respektieren. Besonders in einer Szene wie unserer.


Wie hat sich deiner Meinung nach die Hardcore-Szene in den Jahren verändert, in denen du aktiv warst und bist?


Die Szene hat sich in vielerlei Hinsicht verändert und sie ist immens gewachsen. Weltweit ist sie größer als sie je zuvor war. Zwar ist der Hardcore noch immer eine Untergrundbewegung, aber ja, er hat sich verändert, so wie die Welt um uns herum sich verändert hat. Das Wesen dessen, was es sein soll, ist immer noch da, denke ich. Zumindest bei uns, einigen anderen Bands und denen, die diese Bands unterstützen. Ich meine nicht diese abgestumpften alternativen „HC Scenes“, die nur Neuheiten oder Hype kaufen. Ich meine den REAL Core.


Mit Madball wart ihr schon lange dabei - ihr habt auf zahlreichen kleinen Shows und vielen großen Festivals gespielt - natürlich hat beides seinen Charme. Aber mal Hand aufs Herz, Jungs - was macht euch mehr Spaß?


Beide haben Vor- und Nachteile, Spaß machen natürlich beide. Aber die Clubwelt ist die Welt, aus der wir kommen. Hardcore sollte unserer Meinung nach intim sein, um nicht zu sagen, dass man keine großartigen Festival-Shows haben kann, weil man es eben auch

kann und es fühlt sich fantastisch an! Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich mich eher für eine verrückte Club Show entscheiden.


Was hält dich in der Szene?


Nun, ich war für einen großen Teil meines Lebens ein Teil dieser Szene. Ich schätze ich bin loyal gegenüber der Szene, so wie sie es mir gegenüber war. Der Hardcore hat mir viel gegeben! Der Hardcore hat mich auf meinem Weg beeinflusst und ist ein Teil dessen, wer ich an diesem Punkt bin. Um nicht zu sagen, dass ich nicht auch andere Dinge bin. Ich habe ein Leben außerhalb „der Szene“ und es gibt viele Seiten an mir, sowohl musikalisch, als auch andere. Aber diese Szene wird immer Teil von mir sein und ich werde immer ein

Teil davon sein. Wohl oder übel.


Ihr seid eine so leidenschaftliche Band und ich denke, es ist nicht immer einfach. Was bedeutet es für euch, ein neues Album zu veröffentlichen?


Ja, wir sind im Allgemeinen leidenschaftliche Leute, so behandeln wir diese Band. Wir sehen sie als eine Erweiterung von uns selbst. Es ist nicht leicht, frisch und aktuell zu bleiben ... oder relevant. Besonders wenn du so lange im Spiel warst wie wir. Manchmal frage ich mich, ob wir das überhaupt noch sind, all die Dinge, die ich erwähnt habe. Doch dann veröffentlichen wir ein Album wie For The Cause und nach all dem Feedback, welches wir bekommen werden meine ganzen Fragen beantwortet und meine Zweifel beseitigt. Ich fühle mich jetzt sehr gut in Bezug auf den Zustand von Madball. Wir haben noch viel

zu bieten und Platz zum Wachsen.


Wenn du Madball in nur drei Worten beschreiben müssen, was wäre das?


THE REAL DEAL.


Was, denkst du, wäre passiert, wäre Madball nicht so ein großer Erfolg gewesen?


Ob man bei uns von einem großen Erfolg reden kann, weiß ich nicht. Wir sind immer noch „hungrig” und leben „check by check“, also von Tour zu Tour. Wir arbeiten immer noch hart

und kämpfen um ein Stück vom Kuchen. Manchmal auch nur um seine Krümmel. Das heißt, wir glauben an diese Band, an uns selbst und glauben an diejenigen, die uns unterstützen.


Dass diese Unterstützung weiter wächst. Wir sind reich an Familie, Erfahrung und Kultur. Um deine Frage genauer zu beantworten: Hätten wir den Punkt nicht erreicht, an dem wir jetzt sind.. schwer zu sagen, wo wir in unserem Leben sein würden. Diese Band und diese Familie hält uns auf dem Boden und fern von Ärger. Hauptsächlich. Ich hätte sehr leicht im Gefängnis landen können oder noch schlimmeres, wenn ich dieses Ventil nicht hätte.

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