• Anna Görgens

INTERVIEW: Boston Manor über "GLUE"


Boston Manor haben gerade ihr drittes Studioalbum "Glue" veröffentlicht und im Zuge dessen haben wir uns mal ein bisschen mit Henry Cox, dem Sänger von Boston Manor, unterhalten. Dabei haben wir ein paar interessante und wichtige Dinge erfahren, die uns alle etwas angehen.


1. Euer drittes Studioalbum “Glue” ist am 01.05 erschienen und behandelt viele persönliche, als auch gesellschaftliche Themen, die viel zu selten angesprochen werden. Ein so kritisches, wie auch enthüllendes Album zu schreiben birgt sicherlich viele Hürden. Wie empfandet ihr das Songwriting?


Ich denke es ist schwierig, über so wichtige und tiefgreifende Themen zu schreiben, ohne dass es zu vage und allgemein klingt. Oft klingt es ziemlich aufrichtig über diese Themen zu schreiben. Ich mag es, dass diese Platte einige Songs enthält, die sehr spezifisch sind und andere Songs die gleichen Themen allgemeiner behandeln. Ich sehe das Album wie ein Gemälde: Die spezifischen Songs sind die feinen Linien und Details.


2. Wenn ihr euch entscheiden müsstet, welcher Song der Bedeutungsvollste ist, welcher wäre es und warum?


Terrible Love ist das persönlichste Lied auf der Platte. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es fällt mir schwer, sehr persönliche Texte zu schreiben, es lässt mich unwohl fühlen. Aber ich denke, dieser Song ist ziemlich gut geworden. Im Grunde ist es eine Liste von Dingen, die ich an mir selbst nicht mag.



3. In einem Interview mit “Kerrang” sagtet ihr, dass ihr mit dem neuen Album aus eurer Komfortzone ausbrechen möchtet und alle Vorstellung von Boston Manor aus dem Weg räumen wollt. Weshalb wollt ihr mit “Glue” eine neue Seite zeigen?


Wir waren einfach immer im Pop Punk-Genre verankert und es ist ziemlich frustrierend. Ich habe das Gefühl, wir waren nie wirklich eine Pop-Punk-Band und haben uns auch in den ganzen Jahren nie wie eine angehört. Ich habe Pop-Punk nie gehört, als ich aufgewachsen bin und das Genre hat mich nie persönlich angesprochen. Wir sind von einer Vielzahl unterschiedlicher Musik inspiriert und ich mag die Idee, dass wir mit unserem Sound experimentieren können, wann immer wir wollen. Ich hoffe, die Leute merken das, wenn sie “Glue” hören.


4. In eurem Song “On a high ledge” singt Henry über den Suizid eines Mannes, welchen er als Kind miterlebt hat. Dient der Song zeitgleich zur Verarbeitung des Geschehenen oder soll er lediglich auf psychische Probleme aufmerksam machen?


Ich denke nur, um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Ich kann nicht sagen, dass die Erfahrung mich sehr belastet oder mich gezeichnet hat. Ich habe es ziemlich schnell verarbeitet; es öffnete mir allerdings schon in jungen Jahren die Augen. 5. Die Akzeptanz und Ernsthaftigkeit bezüglich psychischer Krankheiten ist heutzutage generell ein großes Problem, besonders bei Männern werden diese häufig nicht ernst genommen. Welchen Rat würdet ihr Betroffenen geben und wie sollten Aussenstehende eurer Meinung nach verhalten?


Die alternative Welt neigt wie jede Künstlergemeinschaft eher nach links und beschäftigt sich mit diesen Problemen. Ich denke, in unserer Welt sind diese Diskussionen sehr verbreitet. Wir vergessen manchmal, dass diese Themen in anderen gesellschaftlichen Kreisen möglicherweise nicht so häufig diskutiert und unterstützt werden. Viele Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin, würden psychische Krankheiten immer noch herunterspielen und nicht darüber reden wollen, weil sie sie nicht verstehen. Ich denke, mit Menschen zu sprechen ist von größter Bedeutung. Wir müssen diese Themen verbalisieren, damit wir in der Lage sind diese Probleme besser zu behandeln. Jemanden zum Reden zu haben, kann die Antwort auf viele Probleme sein.


Hör hier direkt in einen unserer Favorite Tracks rein:







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