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COLORWAVE im Interview zur neuen Single


1. Boundaries (are hard to establish if you’ve never had any) - ist der dritte Track in Zusammenarbeit mit Mathias Bloech(Heisskalt). Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert?


Tja. Wie fasst man das Ganze jetzt am Besten in Worte ohne zu überschwänglich und euphorisch zu wirken? Schwierige Aufgabe.

Fünf Studio-Tage im Sommer 2020 waren der Startschuss für diese unglaublich intensive Zusammenarbeit. Eigentlich eine unmögliche Recording Session, denn wir hatten schon für Januar 2020 für uns selbst eine Session geplant, um die Songs in Eigenregie aufzunehmen. Da kannte uns Mathias noch gar nicht. Nach zwei abgesagten Sessions im Frühjahr waren wir als Band etwas niedergeschlagen. Und dann hat das Telefon geklingelt und Mathias war dran. Der hatte unser Album gehört und fand es geil. Er sagte er habe ne Vision für unseren nächsten Schritt. Und nachdem wir ihm unsere Demos geschickt haben, rief er wieder an und meinte “Das ist GENAU was ich im Kopf hatte! Wie krass! Lasst uns das mal zusammen machen!”

Es fühlt sich an als hätten sich da zwei Welten gesucht, gefunden und gemeinsam eine wundervolle Atmosphäre geschaffen. Ein elektrisches Match. Mathias ist ein wunderbar empathischer Mensch, der uns alle während der Session im Sommer sowohl einzeln als auch als Gruppe genau dort abgeholt hat wo wir zu dem Zeitpunkt standen. Das hat einen wahnsinnigen safe space kreiert, in dem Kreativität und Spaß hemmungslos fließen konnten. Und so konnte er uns dabei helfen unsere Stärken in diesen Songs zu bündeln. Wir bilden uns ein diese elektrische Energie auf den Aufnahmen hören zu können, auch weil die Tracks live aufgenommen wurden. Die Reaktionen, die wir auf die Songs bekommen haben machen deutlich, dass andere da auch was fühlen.



2. Der Titel lässt schon ganz schön tief in die Bedeutung des Songs einblicken, was bedeutet denn euch der Song?


Der Track handelt vom erdrückenden und isolierenden Gefühl des Zerdenkens und davon, dass es dadurch gar nicht mal so “einfach” ist aufeinander zuzugehen wie es oftmals dargestellt wird.

“Sag einfach was Du brauchst.”, “Wenn was ist, ruf einfach an.”, “Du musst es nur sagen.”, etc.

Wie oft schlucken wir (in dieser Gesellschaft) runter was eigentlich in uns vorgeht? Vor allem wenn es um unsere Bedürfnisse geht, dann wissen die wenigsten Menschen wie man sie kommuniziert ohne dabei Angst zu bekommen, dass es einen Konflikt mit dem Gegenüber auslösen könnte. Und diese Angst verleitet uns dazu besser die Klappe zu halten und alles mit uns selbst auszumachen.


In Boundaries geht’s um Frustration, Angst, Einsamkeit, Liebe, Mut, Verletzlichkeit und diesen einen gefangenen Schrei tief in der Burst, der erbittert darum kämpft gehört zu werden.

Für uns ganz persönlich war der Song zunächst ein Versuch mit einem schmerzhaften Thema umzugehen. Nun erinnert er uns daran einander Raum zu geben um zu fühlen was gefühlt werden möchte - und daran, dass es eine Option ist das gemeinsam zu tun.




3. Mit eurem neuen Song durchbrecht ihr ganze Genre-Grenzen - Indie, Punk und Hardcore - was hat euch inspiriert und wie lief der Songwriting-Prozess ab?

Bei uns treffen jede Menge Einflüsse aufeinander, die immer wieder ganz wild durcheinander gewürfelt werden. Das macht jedes Songwriting super spannend und aufregend und man weiß nie wirklich, was am Ende rauskommt aus unseren Köpfen und Fingern. In der letzten Zeit war unser Songwriting Prozess sehr geprägt davon, dass wir wenig zusammen an einem Ort, sondern eher gemeinsam über die Distanz miteinander geschrieben haben. Und das öffnet natürlich neben all den Problemen, die so etwas mit sich bringt, auch ganz viele kreative Türen, die man sonst vielleicht nicht aufgestoßen hätte. Man schickt sich Ideen zu, versucht mit den verschiedensten Tools gemeinsam dran zu schrauben, hat Nachts mal eine Idee, nimmt sie auf und überrascht die anderen damit am nächsten Tag. Das hat eine wirklich spannende Dynamik und wir denken Boundaries und auch die anderen beiden Songs Pressure und Thirst sind unsere Babies dieser weirden, aber aufregenden Zeit.

Dazu kommt, dass wir uns gelöst haben von irgendwelchen (oftmals unbewusst selbstauferlegten) Regeln dazu, wie etwas zu klingen hat. Zentral steht für uns was ein Song mit uns macht. Da verschwimmen Genre-Grenzen ganz von allein.


4. In London und Köln ansässig - das geht zur Zeit bestimmt mit vielen Problemen einher. Wie geht ihr damit um?


Zur Zeit ist es vermutlich in jeder Konstellation schwierig frei und unbeschwert kreativ zu arbeiten. Aber ja, mit Brexit und Pandemie ist diese spezielle Situation auf jeden Fall etwas, was uns grad auch sehr viel zu Denken gibt. Mal schauen was 2021 noch so passiert. Momentan sind wir alle in Deutschland und harren ein wenig die Corona Situation aus. Flo musste Anfang 2021 wieder zurück aus London, deswegen hatten wir jetzt noch gar nicht so viele Möglichkeiten zu checken, was die neue Situation mit uns macht. Vor allem, weil auch noch jede Menge bei uns ansteht in den nächsten Monaten. Solange wir grade an einem Fleck sind, kann man vielleicht vom Glück im Unglück sprechen, hahaha. Aber wir haben so viele spannende Dinge vor in der nächsten Zeit, da rutscht diese Sorge erstmal entspannt in den Hintergrund und wir freuen uns alle eher auf das, was jetzt so kommt.


5. Ich habe gehört für euch geht's wieder ins Studio. Auf was können wir uns freuen?


Na, das ist ne mega Frage. Die können wir uns selber noch gar nicht so wirklich beantworten, aber wir haben alle richtig Bock einfach wieder gemeinsam in einem Raum die Kreativität fließen zu lassen und auch mit Mathias an neuen Songs zu schrauben. Wir wollen uns gar nicht den Druck machen da jetzt ein Album oder eine EP dran zu binden. Es passiert was passiert und wir nehmen einfach alles was kommt und planen da wenig (kann man ja auch gar nicht, sein wir mal ehrlich).Aufregend ist aber das was wir schon wissen: Wir werden uns zu diesem Anlass zusammen mit Mathias im Studio der Van Holzen Bande einnisten. Van Holzen Sänger Flo wird bei der Session auch dabei sein. Unsere Bäuche kribbeln ein wenig. Da könnte etwas Großes entstehen.

Und wir haben uns ein bisschen was überlegt, um allen ein paar spannende Einblicke in das Ganze zu gewähren. Wir nehmen euch mit ins Studio und in unsere Arbeit und geben allen die Möglichkeit uns auf Patreon zu folgen. Dortveröffentlichen wir Diaries aus dem Studio, exklusive Demos, Videos, Blogs und Talks und haben noch richtig viel vor mit der Community.


Extra Q&A


Würdet ihr eher..

... nur noch neue Musik schreiben oder nur noch touren?

Eigentlich kann das Eine nicht ohne das Andere aber nach 2020 und 2021 bisher wollen wir erstmal nur noch spielen, spielen, spielen.

... auf einer rutschigen Bühne spielen oder in zu engen Schuhen?

rutschige Bühne, wie viel Spaß wäre das denn!

... Club Show oder Festival?

Club-Festivals! Klingt wie ein Witz oder als wollten wir ausweichen, aber die vereinen einfach das Beste von beiden Welten und da stehen wir drauf!


Top 3

... Bands mit denen ihr Touren wollt?

Van Holzen, Now Now, Calva Louise

... lokale Bands?

Lokal ist bei uns ja breit gefächert. Absolute Tips von uns: Calva Louise, KID DAD und Kind Kaputt

... Venues?

Royal Albert Hall, das FZW in Dortmund, und das legendäre B13 in Leipzig





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